• Anleger meiden neue Investment-Vehikel In 10 Tagen endet für deutsche Anleger die Möglichkeit, über die Rechtsform der Kommanditgesellschaft (KG) in Sachwerte zu investieren. Grund ist die Umsetzung der EU-Vorgaben mit dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) zum 22. Juli 2013. Wie es dann weitergeht, ist noch offen. Doch viele Emissionshäuser arbeiten bereits an Konzepten, die das KG-Modell zum Stichtag ablösen sollen.

    Die Branche ist zuversichtlich, dass die Anleger auch künftig in Sachwerte wie Immobilien und Rohstoffe investieren wollen. Doch aktuell sind noch keine AIFMkonformen Finanzprodukte am Markt. „Die Fondshäuser tasten sich erst langsam vor“, so Renate Wallauer, Geschäftsführerin beim Beteiligungsspezialisten dima24.de. Insgesamt ist die Bandbreite der Angebote aber größer geworden: So bieten Initiatoren verstärkt Direktinvestments oder Namensschuldverschreibungen an. Das sind Alternativen zum geschlossenen Fonds, die nicht unter die europäische Richtlinie fallen. Die Anleger sind jedoch eher reserviert gegenüber solchen Anlage-Formen: „Den Investoren fehlt noch die Erfahrung mit diesen, für sie neuen Vehikeln“, so Wallauer. „Hier ist viel Aufklärungsarbeit nötig.“

    Gut ein Drittel der 230 aktuellen, klassischen Beteiligungs-Angebote bei dima24.de können auch nach dem Stichtag noch platziert werden. Sie nehmen Übergangs-Regelungen in Anspruch, weil sie nach dem 21. Juli keine Anlagen mehr tätigen. Ob ein Fonds diesen Bestandsschutz erlangt, hängt also davon ab, ob der Kaufvertrag zum Fondsobjekt noch vor dem Stichtag geschlossen wird. Sind diese Fonds vollplatziert, wird sich der Markt neu aufstellen: Die Experten bei dima24.de erwarten, dass sich etwa ein Drittel der Anbieter vom Beteiligungsmarkt zurückziehen werden. „Etwa 20 Prozent der derzeit aktiven Emissionshäuser haben uns bereits signalisiert, dass sie weiter Sachwert-Investments für Privatanleger auflegen wollen“, erklärt Wallauer.

    Zuletzt sorgte ein Schreiben der Finanzaufsicht BaFin vom 14. Juni 2013 branchenweit für Verwirrung: Es ließ den Schluss zu, dass einige Fondstypen, wie etwa Wind- und Solarfonds oder auch Schiffsbeteiligungen, weiter unreguliert bleiben könnten. Gesetzgeber und Finanzaufsicht müssen hier noch Klarheit schaffen. Ab 22. Juli 2013 erwartet Wallauer daher zunächst eine lange Sommerpause – bei Anlegern und Initiatoren.

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    veröffentlicht am 12. Juli 2013 in der Rubrik Finanzen
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